Quelle: WLZ-Online, 30.10.2020

FDP- und SPD-Fraktion legen Papier als Diskussionsgrundlage vor – Initiativen bündeln

Konkrete Ideen für mehr Klimaschutz 

Lichtenfels - Den lokalen Klimaschutz deutlich zu verbessern haben sich die Fraktionen der FDP und SPD im Lichtenfelser Stadtparlament auf die Fahnen geschrieben: Einen entsprechenden Antrag hatten sie in der Stadtverordnetenversammlung im September gestellt, er wurde zur Beratung in die Ausschüsse verwiesen. Nun haben die beiden Fraktionen ein Papier vorgelegt, in dem sie ihren Antrag konkretisieren - als Diskussionsgrundlage zum bereits gestellten Antrag und um bereits bestehende Initiativen zu bündeln. „Weitere Ideen und Anmerkungen sind jederzeit willkommen“, heißt es in dem Papier

 

Kommunales Energiemanagement, Stadtklima, Beratungsangebote, Erneuerbare Energien, Mobilität, CO2-Einsparung und Beteiligung der Bevölkerung werden angesprochen.
So könnten die FDP- und SPD-Fraktionen sich vorstellen, vorbehaltlich einer Förderung eine befristete Halbtagsstelle für einen Kommunalen Energiemanager zu schaffen, der ein Verbrauchscontrolling durchführt. Seine Stelle lasse sich zum Teil aus den eingesparten Energiekosten refinanzieren.
Sinnvoll sei es, energie- und klimapolitische Aspekte systematisch in die städtebauliche Planung und Erneuerungsprozesse einfließen zu lassen, Ausschreibungen generell um das Kriterium CO2-Belastung durch den Anbieter zu ergänzen. Klimaneutralität könnte auch bei neuen Wohn- und Gewerbegebieten durch eine entsprechende Ausgestaltung der Bebauungspläne Ziel sein.
Die Stadt Lichtenfels könnte ihre Vorbildfunktion auch darin unterstreichen, in dem sie den Energieverbrauch in ihren eigenen Liegenschaften bis zum Jahr 2030 um 20 Prozent gegenüber 2014 reduziere. Bienenwiesen könnten angelegt, ein systemisches Heckenmanagement geschaffen, durch die Digitalisierung von Prozessen der Papierverbrauch reduziert werden. Unter dem Titel „Stadtklima“ schlagen FDP- und SPD-Fraktion vor, das Straßenbegleitgrün auszubauen, innerorts mehr Grün zu schaffen, städtische Flächen zu entsiegeln und Schottergärten zu verbieten. Auch sei es möglich, hellere Asphaltflächen bei neuen oder zu sanierenden Straßen zu nutzen, einen Baum für jedes Neugeborene zu pflanzen und Baumpaten einzuladen, sich um die Pflege eines städtischen Baumes zu kümmern.
Um Bürger darin zu unterstützten, Energie einzusparen, könnte die Stadt ein niederschwelliges Erstberatungsangebot schaffen und Klimaschutz schon in den Kindergärten auf den „Lehrplan“ zu heben. Wenn es um erneuerbare Energien geht, sei vorstellbar, dass die Stadt sich um mehr Fotovoltaik-Anlagen und einen höheren Kraft-Wärme-Kopplungsanteil bemühe. Auch für die Stärkung regenerativer Energieerzeugung etwa durch Biogas, Sonnen- und Windenergie oder Erdwärme könnte sie sich einsetzen. Bei der Mobilität könnte die Stadt den Fuhrpark auf E-Fahrzeuge umstellen, auf bessere Busverbindungen hinwirken, ein „Dorfverbindungstaxi“ in Zusammenarbeit mit dem NVV installieren und den Radwegeplan aktiv voranbringen. Auch sollte eine nachhaltige Waldbewirtschaftung mit Fokus auf CO2-Bindungsfähigkeit des Waldes vor einer rein wirtschaftlichen Nutzung stehen. Wichtig sei zudem, Bürgerinnen und Bürger regelmäßig zu informieren und zur Mitarbeit einzuladen, heißt es in dem Papier.